Unter der Lupe: TOGU® Brasil - mehr als nur ein Fitnessbegleiter
Heute testen wir für Euch die TOGU® Brasil. Ihr kennt diese kleinen stacheligen Kiwi-großen, mit Gewicht gefüllten Dinger vielleicht aus dem Fitness-Bereich oder aus dem Rückentraining. Aber diese kleinen Brasil lassen sich auch wunderbar in der Psychomotorik einsetzten, das möchten wir Euch heute gerne aufzeigen.
Zunächst einmal zum Produkt: Die Brasil gibt es jeweils im Zweierset in unterschiedlichen Farben (berry, grün und schwarz). Wir haben uns für die schwarze Variante entschieden. Natürlich gibt es eine Anleitung dazu, die haben wir aber erst einmal an die Seite gelegt, denn wir wollten uns zunächst von dem Sportgerät selbst inspirieren lassen. Ein praktisches Gummi ist auch dabei, damit die Brasil paarweise weggelegt werden können. Die Brasils haben jeweils ein Gewicht von ca. 200g und sind mit Luft und Gewicht gefüllt. Was da als Gewicht enthalten ist, konnten wir nicht rausfinden, wir vermuten jedoch Quarzsand oder Ähnliches, denn die Brasil rascheln so schön… Übrigens werden die Brasil aus 100% recyclebarem Material in Deutschland hergestellt, das finden wir sehr wichtig für unseren CO²-Fussabdruck.
Nachdem wir die Brasil aus dem Karton befreit hatten, haben wir gleich gemerkt, dass sie einen hohen Aufforderungscharakter haben. Wir haben sie instinktiv sofort geschüttelt, und dabei uns auch gleich mit durchgemixt. Die Dinger heißen nicht umsonst Brasil, erinnern sie einen doch an Maracas, die traditionellen Rasseln im Doppelpack mit Griff – nur eben ohne Griff. Nachdem wir uns richtig „ausgeschüttelt“ haben, geht es an die Ideensammlung. Wir haben uns dabei Spielideen für die gesamte Altersspanne überlegt und uns nicht nur auf Kinder beschränkt.
„Name & Beat“
Dieses Spiel ist bestens geeignet für das Kennenlernen. Alle sitzen/stehen im Kreis mit je 1–2 Brasil in der Hand. Eine Person beginnt, sagt ihren Namen und macht dazu einen kleinen Rhythmus mit den Brasil (z.B. „Pe-tra“ = 2 Schläge z.B. auf die Oberschenkel, dann 1 Schlag in die Luft). Die Gruppe wiederholt anschließend gemeinsam den Namen und den Rhythmus.
Dann ist die nächste Person dran usw. Eine einfachere Variante wäre, dass die Teilnehmenden nur ihren Namen sagen und die Gruppe macht einen gemeinsamen Standard-Rhythmus dazu. Etwas schwieriger wird es, wenn der/die Nächste den vorherigen Namen und Rhythmus wiederholt und den eigenen anhängt (Kettenaufgabe). Ziel dieses Spiels ist es, in den Kontakt zu kommen sowie Rhythmusgefühl, Aufmerksamkeit und Sprechmotorik zu fördern.
„Echo-Klopfen“
Du (oder eine andere Leitungsperson) spielst einen kurzen Rhythmus mit den Brasil vor: z.B. „Oberschenkel – Oberschenkel – Klatschen – Pause – Klatschen“. Die Gruppe „antwortet“ wie ein Echo und spielt den Rhythmus genau nach. Man kann das Spiel steigern, indem man den gleichen Rhythmus erst flüsternd-leise, dann „trommelnd“-laut ausführt.
Oder Du machst bewusst kleine Änderungen – die Gruppe soll merken: „War das anders?“ Dann darf jede Person einmal „Chef“ sein und einen Rhythmus vormachen, alle anderen sind das Echo.
Hierbei werden die auditive Wahrnehmung, die Reaktionsfähigkeit und die Koordination gefördert.
Brasil-Stopp-Tanz
Und so geht es: Musik an, alle bewegen sich frei im Raum mit den Brasil, schütteln im Takt, gehen, hüpfen, tanzen. Wenn Du die Musik stoppst oder ein Signal gibst, bleiben alle wie „eingefroren“ stehen, die Brasil halten sie in einer bestimmten Position (z.B. über dem Kopf, auf den Knien, auf dem Bauch). Hier kann auch mit Farben gearbeitet werden: Bei „Grün“ dürfen sie shaken, bei „Rot“ müssen sie die Brasil ruhig an die Brust drücken. Oder es werden Bewegungsformen vorgeben: bei schneller Musik laufen, bei langsamer Musik schleichen, bei Musik ohne Schlagzeug nur leichte Handbewegungen.
Gefördert werden hier Impulskontrolle, Reaktion und Ganzkörperkoordination.
„Soundstory“ (Geschichte mit Geräuschen)
Ziel dieses Spiels ist es, die Fantasie anzuregen sowie die Sprache und das Hörverstehen zu fördern.
Du erzählst eine kurze Geschichte (z.B. „Wir machen einen Ausflug in den Zoo …“).
Bestimmte Wörter sind mit Brasil-Signalen verknüpft:
„Regen“ = leises, schnelles Schütteln
„Elefant“ = langsames, schweres Klopfen auf die Oberschenkel
„Vogel“ = leichte Schüttel-Bewegung über dem Kopf
„gehen“ = Schütteln im Wechsel rechts / links (wie Schritte auf Kies)
Jedes Mal, wenn das Wort vorkommt, muss die Gruppe das passende Geräusch mit den Brasil machen. Toll ist es, wenn Kinder selbst eine kleine Geschichte mit 3–4 Geräuschen verfassen.
Bei Erwachsenen darf es gerne etwas schwerer sein. Hier eignen sich kleine Alltagsgeschichten (Marktbesuch, Spaziergang im Park) mit thematisch passenden Rhythmen.
„Orchester“
Du bist der Dirigent und die Gruppe Dein Orchester. Verschiedene „Zeichen“ bedeuten verschiedene Rhythmen:
Hand hoch = alle spielen laut und schnell.
Hand tief = alle spielen leise und langsam.
Finger auf Mund = alle sofort stoppen.
Du kannst zudem einzelne Gruppen ansteuern: „Nur linke Seite“, „nur Kinder“, „nur die, die eine Brille tragen“. Du kannst auch den Teilnehmenden reihum die Dirigentenrolle übertragen.
Dieses Spiel haben wir mal auf einer unserer Jahrestagungen gespielt – allerdings mit Klatschpappen - und es hat einen riesigen Spaß gemacht.
Und natürlich kann man die Brasil z.B. in einem Parcours mit nutzen, Staffelspiele spielen, in Partnerübungen einbauen (z.B. Führen und Folgen mit jeweils einem Brasil, welches mit den jeweiligen Handflächen gehalten wird, dem Geräusch folgen, etc.) und vieles mehr. Einiges sollte man aber dennoch beachten. Für ältere oder eingeschränkte Personen lieber Spiele im Sitzen anbieten, kleinere Bewegungsamplitude und langsamere Rhythmen einsetzen und genug Pausen einbauen.
Bei Kindern kann man viele Bilder und Geschichten einsetzen („wie ein Zug“, „wie ein Trommelsturm“) und mit kurzen und abwechslungsreiche Sequenzen arbeiten.
Fazit: Wir finden diese kleinen Kaktus-artigen Brasil großartig. Sie können vielseitig und in jeder Altersspanne in der Psychomotorik eingesetzt werden und haben einen hohen Aufforderungscharakter.
Und ein kleiner Funfact nebenbei: Die handlichen Brasil bewirken zudem eine Straffung des Gewebes und sorgen für die Kräftigung der Tiefenmuskulatur – also das, wofür sie eigentlich gedacht sind!
Eure Testerinnen
Jana und Petra Kirschke